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Gedanken zu Franz KafkaGedankenfragmente aus Alice Miller "Du sollst nicht merken"
Kafka hat in seinen Werken nicht die Struktur der Träume nachgeahmt,
sondern er hat im Schreiben geträumt. In seinen Werken konnten Erlebnisse
aus früher Kindheit ihren Ausdruck finden, ohne daß er es selber
wußte. (Analogie zu träumenden Normalmenschen)
Daraus resultieren zwei Möglichkeiten:
Kafka ist ein großer Visionär, der die Gesellschaft durchschaut
hat .(guter Draht zum lieben Gott)
Die Wurzeln seiner dichterischen Werke sind in seiner frühen Kindheit
unbewußt erlebt worden, und dort zu suchen.
Wir können uns der Wahrheit seiner Stücke nicht entziehen, weil
diese aus dem Reichtum intensivster Erlebnisse der frühen Kindheit
schöpfen.Weiters hat Kafka in seiner Kindheit nie das Glück gehabt
einen ihn verstehenden Menschen zu kennen.
Der Ausspruch: "Große Werke verdanken ihre Existenz der frühen
Traumatisierung des Dichters", bei Kafka übernahmen seine Eltern diese
Rolle."Die Schläge haben ihm (uns) gutgetan" In der Kindheit jedes Menschen
gibt es Leiden, nur Kafka erlebte sie als sensibler Mensch viel stärker. Er
"speicherte" die erlebten Gefühle und machte sie zum Bestandteil seiner
Phantasie. Dadurch überlebten sie seine Kindheit : Die Trennung von den
ersten Bezugspersonen, sowie die Verknüpfung mit neuen Phantasiefiguren
garantierten das überleben der Neurose.
Es ist normalerweise unmöglich, daß ein Mensch, der als Kind die
Möglichkeit gehabt hatte, seine Gefühle und Gedanken relativ frei
auszudrücken, so erschütternde Werke mit dieser Intensität
hätte schreiben können. Aber es ist verständlich, daß in
solchen Fällen der Erwachsene keine oder idealisierende Erinnerungen an die
Kindheit hat, weil die Wahrheit für das Kind nicht ertragbar war.
These: "Glücklicherweise hatten die großen Dichter eine schwere
Kindheit, sonst gäbe es ihre großen Werke nicht." A.M.: Diese Dichter
wären dann ohne dieses "Gift" viel freier und produktiver gewesen. Die
Gesellschaft profitiert von den Werken trotzdem, insofern sie solche Werke als
"Spiegel" benutzen kann.
Neue Betrachtungsweise:
Prozeß unverständliche Schuldgefühle
Schloß Ohnmacht
Verwandlung Einsamkeit, Isolierung
Die Unzulänglichkeit Kafka mit normalen Mitteln der Psychoanalyse
(Freud) zu interpretieren wird durch den Versuch Günter Meckes aufgezeigt:
Nach der Triebtheorie ist der Prozeß eine sexuelle Bewährungsprobe.
K. weder heterosexuell (Fr. Bürstner) noch homosexuell (Titorelli), wird
von den zwei Häschern strafweise anal vergewaltigt!
Somit ergibt sich ein weiteres Problem: Kafka wäre mit konventionellen
Mitteln der Psychologen nicht behandelbar gewesen. (Anmerkung von A.M.: Gefahr
durch Analytiker die den Patienten nicht verstehen können. Diese
rächen sich an solchen Patienten, indem sie sie mit falschen Deutungen in
den Griff zu bekommen suchen. Kreativen Menschen wird so mit der Triebtheorie
ihre "schmutzigen Gedanken" nachgewiesen - diese sind gänzlich unverstanden
dadurch gehemmt.)
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