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Wir empfehlen: | |||||||||||||
Verwandlung: Gefühle des kleinen Franz als Säugling (Käfer):
kann nicht kommunizieren, unendlose Hilflosigkeit, klein, schwach. Spürt
die rührenden Versuche der Schwester und der Mutter die Ekelschranke zu
überwinden. Spürt die unbarmherzige Trennung von der ganzen Umwelt,
die Schande die er über die Familie bringt. Er selber: Angst,
Schuldgefühle, Vernichtungswünsche, Scham vor anderen Menschen. Er
fühlt sich unfähig sich zu artikulieren ist er von den anderen nicht
verstanden und zum Tode verurteilt, wenn nicht doch eine Person sich seiner
annehmen würde und eine Kommunikation, die schwierig ist, doch noch
anstellen könnte.
Die Verwandlung beschreibt das Lebensgefühl eines, wenn man so will,
neurotischen Menschen, der sich von den anderen isoliert fühlt, keine
gemeinsame Sprache mit ihnen hat, auf ihr volles Verständnis angewiesen
ist, das er nie findet, der seine Tragik nie formulieren kann und stumm bleiben
muß, sich von den anderen gehaßt und verachtet fühlt sobald sie
sein wahres Selbst erblicken, owohl sie ihm noch kurz davor, als er im falschen
angepaßten Selbst des guten, braven Sohnes lebte, wie ihresgleichen
behandelt haben, ohne sich je zu fragen, wer er wirklich sei.
Kafka erlebt sich in seinem Brief an den Vater als ein kleines Gerippe
welches unsicher neben dem großen Vater steht. (Schwimmbad "Schande des
öffentlichen Auftretens") Die Haltung entsteht durch den sichtbaren,
unsichtbaren vor allem inneren Blick des Vaters. Kafkas Vater war als Sohn eines
starken Vaters genötigt für ihn schwer zu arbeiten. (Respektsperson,
ließ seinen Kindern ihre Schwäche spüren) Der Vater konnte
dadurch Kafkas schwaches Wesen nicht akzeptieren und dadurch stärken,
mußte diesen schwachen Teil ablehnen. Er selber hatte durch eigene
Stärke bei seinem Vater überlebt, und sich die Stärke als
Lebensphilosophie zurechtgeschmiedet. Kafka konnte dies als sensibles Kind nicht
entgehen.
Sein Vater war ein impulsiver Mensch, oft überlastet, ungeduldig und
durch seine schwere Kindheit geprägt: er verschaffte sich über seinen
einzigen Sohn "Erleichterung". Er schlug zwar seinen Sohn sicher nicht
regelmäßig, aber Franzi hatte ebenso sicher keine Ahnung, worin seine
Schuld lag, wenn er gezüchtigt wurde. (Glas Wasser in der Nacht)
Urteil:
A.M. sieht in dem Vater den realen Vater aus der frühen Kindheit, der,
wie viele andere Väter mit dieser Vorgeschichte, das Opfer des kleinen
Sohnes brauchen. So geht Georg statt in die Verlobung in den Tod, wie Kafka in
die Lungenkrankheit, die ihn, wie er mehrmals schrieb, "von der Verlobung
rettete" Darüber hinaus zeigt Das Urteil auch die Einsicht in die Funktion
der Söhne als Opfer ihrer Väter.
Seine Briefe zeigen einen inneren Kampf zwischen der Furcht, den geliebten
Menschen zu verlieren, wenn man sich selber treu bliebe, und der panischen
Angst, sein Selbst zu verlieren, wenn man sich verleugnen würde.
Ein Kind muß sich anpassen, weil es alleine nicht überleben
kann. Bei Felice läuft die Handlung nun ähnlich wie bei der Mutter.
Nur weiß Kafka am Ende der Beziehung, daß er das Schreiben nicht
aufgeben kann, ohne sich selbst aufzugeben und nimmt die Konsequenz auf sich. Da
dies aber in der Welt aus der er kommt, nicht ohne Schuldgefühle
möglich ist, bezahlt er für seinen Entschluß mit der
Krankheit.
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